Peter Blumöhr will Wege suchen

Peter Blumöhr Fraktionsvorsitzender

Doch zuvor hatte Heiner Kauck das Wort, der seit mehr als vier Jahrzehnten die Gemeindepolitik wesentlich mitbestimmt. Dies sei als Generationenwechsel zu verstehen, sagte Kauck. Er werde Gemeindevertreter und Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses bleiben und sei bereit, auch bei der nächsten Kommunalwahl auf der Liste der FBG zu kandidieren - wenn auch nicht ganz vorne. Das Urgestein der Birsteiner Kommunalpolitik war von 1971 bis 1972 Vorsitzender des Ortsbeirates Birstein, von 1972 bis 1985 Gemeindevertreter, davon von 1972 bis 1981 Vorsitzender der Gemeindevertretung. Er sei es auch gewesen, der die bis heute gültige Sitzordnung eingeführt habe, erklärte er: Die Tische sind in einem Quadrat angeordnet, man sitzt sich also quasi an einem runden Tisch gegenüber. Und ein Rednerpult gibt es nicht, jeder redet von seinem Platz aus, was Hemmungen überwindet. Zwölf Jahre lang, von 1985 bis 1997, war der ehemalige Leiter des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen ehrenamtlicher Erster Beigeordneter, seit 1997 ist er wieder Gemeindevertreter und Vorsitzender der FBG-Fraktion. Kauck dankte für die gute Zusammenarbeit und wünschte seinem Nachfolger alles Gute. Froh sei er auch, dass das Verhältnis zwischen den drei Fraktionen SPD, CDU und FBG in den letzten Jahren immer gut und sachlich gewesen sei.

Er folge jemand, der große Erfahrung hat, sagte der selbstständige Birsteiner Architekt Peter Blumöhr. Kauck habe ihn im Herbst 2014 gefragt, ob er nicht diese Aufgabe übernehmen wolle. Und da habe er erst einmal überlegen müssen. Doch er habe zugestimmt, denn die FBG habe eine breite Basis. Er maße sich nicht an, die Schwerpunkte der Arbeit zu bestimmen, erklärte Blumöhr. „Meinungsvielfalt ist ein Kennzeichen der FBG." Es gebe hier lebendige Diskussionen und keinen Fraktionszwang. Die Vorbesprechungen vor den Sitzungen der Gemeindevertretung will Blumöhr zukünftig öffentlich und auch in den Ortsteilen machen, ebenso sollen Firmen und Einrichtungen der Gemeinde besucht werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Jahr 2015 werde sicher die Erstellung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes IKEK sein, ein weiterer die Jugendarbeit in der Gemeinde. Die Fraktion werde die neue Sozialarbeiterin zu einem Gespräch einladen. Ein großes Problem sei die Finanzlage. Die Gemeinde werde geradezu zu Steuer- und Gebührenerhöhungen gezwungen. Die Kindergartengebühren und die Eintrittspreise für das Schwimmbad etwa könnten nicht kostendeckend gestaltet werden. Blumöhr wünscht sich außerdem, dass der Haushaltsplan transparenter gestaltet wird, insbesondere im Bereich der internen Leistungsabrechnungen. Peter Blumöhr schloss mit einem Sprichwort: „Wer etwas will, sucht Wege; wer etwas nicht will, sucht Gründe."

 

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