Große Freude über dritten Mann

„Es sind jetzt 100 Tage und ein Bisschen was", sagte der Erste Beigeordnete und stellvertretende FBG-Vorsitzende Christian Götz, als er auf die Amtseinführung von Hans Heuser zu sprechen kam. Dass der zu der Ehre kam, dritter Beigeordneter aus den Reihen der FBG zu werden, war eigentlich gar nicht vorgesehen. Dies hat seinen Ursprung in der Kommunalwahl 2011, bei der sich die Kräfteverhältnisse zwischen den drei großen Fraktionen nicht gravierend änderten. Die Freien Bürger schlössen sich wie zuvor der CDU-Liste für den Gemeindevorstand an, drei Sitze gingen an die CDU, zwei an die FBG, die allerdings den Ersten Beigeordneten stellen durfte. Die anderen drei Sitze im Gemeindevorstand hat die SPD inne. Für die Freien Bürger wurde Christian Götz Erster Beigeordneter der Gemeinde Birstein, Beigeordneter zudem der Völzberger Reinhold Winter. Was aber in den vergangenen vier Jahren passierte, war nicht abzusehen. Der inzwischen verstorbene Alfred Jockel (CDU) erkrankte schwer und musste sein Amt niederlegen. Für ihn rückte Jürgen Eichhorn in den Gemeindevorstand nach. Als aber im vergangenen Jahr auch Fritz Burkardt aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegte, gab es zwar noch einen Nachrücker der Christdemokraten auf der Liste, doch der lehnte es aus beruflichen und persönlichen Gründen ab, in den Gemeindevorstand aufzurücken. Damit war allerdings die Reihe an CDU-Nachrückern erschöpft. Damit der Platz im Gemeindevorstand nicht unbesetzt blieb, stimmte die CDU zu, einen Nachrücker aus der FBG zu akzeptieren, so dass Hans Heuser nun dritter Mann der FBG im Gemeindevorstand ist. Hans Heuser nimmt diese Aufgabe gerne wahr, freut sich über die sachliche Zusammenarbeit, die allerdings einen erheblichen Aufwand bedeute. Zwar war der 53-jährige Vater zweier erwachsener Töchter vorher nicht in der Gemeindevertretung aktiv, allerdings seit 1993 im Böß-Gesäßer Ortsbeirat und von 1997 bis 2011 Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat muss seit Heusers Ausscheiden mit nur zwei Mitgliedern auskommen, weil es auf der Liste keine Nachrücker gab. Ursprünglich stammt Heuser aus Bermuthshain, lebt aber seit 26 Jahren in Böß-Gesäß. Heuser ist zudem Wehrführer in Böß-Gesäß, war zuvor sieben Jahre Vorsitzender der Feuerwehr. Dann tauschte er mit Robert Werth das Amt, wurde stellvertretender Wehrführer und, nachdem er alle nötigen Lehrgänge absolviert hatte, Wehrführer. Erster Beigeordneter Christian Götz habe inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht, und seine Arbeit werde anerkannt. Heiner Kauck, der bis vor kurzem die Fraktion leitete und diese an Peter Blumöhr abgab, gab einen kurzen Rückblick und Ausblick. In der Fraktion säßen Menschen, die sich auch an anderer Stelle beteiligen, es werde immer ebensolcher Nachwuchs gesucht, sagte Kauck rnit Blick auf die Wahl. Wenig Verständnis hat Kauck für den Streit zwischen Politik und Zukunftswerkstatt. Die Politik habe Birstein zu dem gemacht, was es heute ist, die Zukunftswerkstatt habe neue Ideen. Dies gelte es zusammenzuführen im Rahmen des IKEK-Prozesses, damit etwas Zählbares herauskomme. Kauck rief dazu auf, auch politische Verantwortung zu übernehmen, egal in welcher Fraktion. Kauck verwahrt sich dagegen, dass die Politik so hingestellt werde, als habe sie keine Ahnung. Er wolle keine Profilneurosen unterstellen, aber überall herrsche Anspruchsdenken, was den Verlauf des Prozesses gewiss nicht fördere. Dass die Birsteiner Politik mit viel Sachkenntnis, Engagement und Weitblick agiere, zeige sich nicht nur bei der funktionierenden Infrastruktur der Gemeinde, etwa dem Freizeitbad, sondern auch bei heiklen Themen wie der Windkraft. Dort habe man sich nach allen Querelen mit dem Fürstenhaus verständigt und das Verfahren bis zum Bebauungsplan zu Ende geführt. Der Abriss der Turnhalle zum Bau der Mensa ist für Kauck hingegen nur schwer nachvollziehbar, sei aber Sache des Main-Kinzig-Kreises. Dass nun der Sportverein neue Duschen bauen müsse und dafür wieder Zuschüsse brauche, passe ins Bild. Das neue Verkehrskonzept mit kürzerer Taktung und Anrufsammeltaxi bindet Birstein erheblich besser an, müsse aber besser bekannt gemacht werden, was wiederum Aufgabe der Gemeinde sein müsse, weil sie mit ihren Bürgern davon profitiere.

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