FBG breitet sich auf Kommunalwahlkampf vor

Am vergangenen Samstag traf sich die Freie Bürgergemeinschaft Birstein (FBG) zu einer mehrstündigen Klausurtagung im Dorfgemeinschaftshaus Oberreichenbach. „Im Rahmen einer normalen Fraktionssitzung, kann man zwar die aktuelle Tagespolitik besprechen und die jeweils anstehende Gemeindevertretersitzung vorbereiten, mehr aber auch nicht.“, erläutert Christian Götz als stellvertretender FBG-Vorsitzender. „Die Schwerpunktthemen für eine Kommunalwahl, eine Listenaufstellung oder programmatische Leitplanken sind dann nicht abbildbar.“

Nach der Begrüßung durch den Fraktionsvorsitzenden Peter Blumöhr und FBG-Vorsitzender Hans-Dieter Eitel, sind die Kommunalpolitiker gleich tief in die Materie eingestiegen. Christian Götz begann mit einem Rückblick auf die Resultate der letzten Kommunalwahl im Jahr 2011. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass in den 16 Ortsteilen der Großgemeinde gerne die Kandidaten aus dem eigenen Dorf gewählt werden. Es gibt immer wieder deutliche Schwankungen, die in direktem Zusammenhang zu den angetretenen Bewerbern stehen. Aus diesem Grund wird es auch diesmal wieder das Ziel der FBG sein, aus möglichst vielen Ortsteilen geeignete und kompetente Kandidaten auf ihrer Liste zu vereinen. In den nächsten Wochen wird ein Aufruf zur kommunalpolitischen Mitarbeit erfolgen. „Wir wünschen uns eine gute Resonanz aus der Bevölkerung.“, sagt Peter Blumöhr. „Das bürgerliche Engagement im Zusammenhang mit dem derzeitigen IKEK-Prozess zeigt uns deutlich, dass es immer noch Potenziale in der Großgemeinde gibt. Mit diesen und anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wollen wir die Zukunft Birsteins weiterhin positiv gestalten.“

Damit war schon ein erstes Schwerpunktthema für die anschließende Aussprache gesetzt. Das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept, kurz: IKEK wird die Großgemeinde noch neun Jahre begleiten und hoffentlich darüber hinaus wirken. Hier besteht noch einiger Klärungs- und Aufklärungsbedarf für die Bürger, aber auch für die Gemeindegremien. „Begleiten und Unterstützung anbieten“, sind deshalb die Prämissen für Gemeindevorstandsmitglied Hans Heuser aus Böß-Gesäß. Die FBG bevorzugt in diesem Zusammenhang Projekte, die langfristig eine positive Wirkung für Birstein haben werden. Dabei ist die Zukunftswerkstatt der wichtigste Baustein für IKEK. „Ohne deren Mitwirkung, wäre die Gemeinde nicht ausgewählt wurden.“, ist sich Christian Götz sicher. Und Dieter Buchholz für die FBG im Abwasserverband Bracht als Vertreter tätig, ergänzt: „Die Zukunftswerkstatt wurde von Beginn an durch Mitbürger begleitet, die sich auch bei uns engagieren.“

Ein Schwerpunkt bleibt, trotz oder auch wegen dem aktuellen IKEK-Prozess der demografische Wandel im südlichen Vogelsberg. Bekannte Fragestellungen sollen weiter aufgegriffen werden und neue oder alternative Lösungsansätze gefunden werden. Unter dem Motto „Wo Arbeitsplätze sind, sind die Menschen“ gilt es neue Ideen zu entwickeln. Carsten Kauck als Demografiebeauftragter des Main-Kinzig-Kreises hat seine Zusage für eine Informationsveranstaltung gegeben, die die Freie Bürgergemeinschaft noch in diesem Jahr durchführen wird. Hierbei soll die aktuelle Situation der Großgemeinde ausgeleuchtet werden.

In diesem Zusammenhang wurde beschlossen noch zwei weitere Events zu organisieren. Im Herbst wird es ein Konzert mit der Wüstwillenröther Sängerin Tina Ballas geben. Die Erlöse aus dieser Veranstaltung gehen an den Förderkreis Sotzbacher Kirche.

Erstmalig soll ein Unternehmertag für alle Selbstständigen in der Großgemeinde angeboten werden. Damit will die FBG eine neue Plattform initiieren und die Entscheider ins Gespräch untereinander, aber auch mit den politischen Gremien bringen. Themen wie Ausbildung und Fachkräftemangel könnten dann ebenso diskutiert werden, wie Gewerbesteuerhebesätze und Infrastruktur. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob daraus eine regelmäßige Reihe entstehen wird oder ob es sich um eine einmalige Veranstaltung handeln wird. Auf jeden Fall ist es wünschenswert, dass sich die Unternehmer gegenseitig kennenlernen und vielleicht daraus eine gewisse Eigendynamik entsteht, die Birstein voranbringt. Nach derzeitigem Planungsstand soll der Unternehmertag im Januar 2016 stattfinden.

Als Fazit stand am Ende des Tages, dass sich die FBG gut gerüstet fühlt. Sowohl personell, als auch thematisch sehen sich die Freien Bürger auf dem richtigen Weg. Immer im Hinterkopf, das trotz aller neuen Ideen und Vorschläge der Erhalt der vorhandenen Infrastruktur oberste Priorität für die FBG behalten wird. „Feuerwehrgerätehäuser, Dorfgemeinschaftshäuser, Backhäuser, das Schwimmbad uns die Kindergärten kosten den Steuerzahler sehr viel Geld. Dennoch darf das bislang erreichte nicht gefährdet werden.“, fasst Hans-Dieter Eitel die Diskussion zusammen.

Wenn die Kandidatenliste für die Kommunalwahl im März 2016 feststeht werden auch die Themen fixiert, die an diesem Tag nicht abschließend geklärt werden konnten. Kommunaler Finanzausgleich, Tourismus und der Ausbau der Anrufsammeltaxis sowie zukunftsfähige und humane Lösungen für die Asylbewerber in Birstein werden ebenfalls Eingang in die zukünftige Arbeit der FBG-Kommunalpolitiker finden.

Die Freie Bürgergemeinschaft will auch weiterhin die politische Gruppierung in der Großgemeinde bleiben, die mit viel Sachverstand und Weitblick immer das finanziell Machbare im Auge behält und dennoch frische Ideen einbringt.
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